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Bitte nicht…

So schrecklich und traurig der Amoklauf in Winnenden auch war. Man sollte jetzt doch bitte nicht wieder die Spiele- und Filme-Diskussion anfangen.

N-TV schreibt:

Zu Hause habe der Täter eine umfangreiche Sammlung an Horrorvideos.

Bei Stern TV ging es vorhin im Bericht um die Killerspiele. Auch auf der Homepage steht:

Er spielte gerne Counter-Strike [...]

In der Sendung nannten sie den Täter einen “Waffennarren”.

Ard zeigt sogar eine Sondersendung:

Aus Anlass des Amoklaufs von Winnenden wird die Sendung Hart aber Fair sich heute des Themas annehmen [...]

Inhalt:
Die Fassungslosigkeit nach dem Amoklauf: Erfurt, Emsdetten und jetzt Winnenden: Die Angst wird zum Begleiter unserer Kinder. Müssen wir uns an amerikanische Verhältnisse in Deutschland gewöhnen? Was machen Internet und Ballerspiele mit Jugendlichen?

Ich verstehe nicht, wie man immer wieder in diese gleichen Muster fallen kann. Schaut man sich doch mal die Jugendlichen in dieser Altersklasse an: Wie viele von denen schauen Horrorfilme? 50 Prozent? Wie viele in diesem Alter spielen Counterstrike? Auch eine ganze Menge, oder?

Die Trefferwahrscheinlichkeit, dass eins von den beiden Hobbys auf den Täter zutrifft ist doch ziemlich hoch. Warum kommen dann trotzdem immer als aller erstes diese Verbindungen?

Dass vielleicht in der Familie etwas schief gelaufen sein könnte habe ich in keinem der vielen Fernsehbeiträge heute gesehen.

Niemand kennt die Hintergründe. Niemand weiß bisher warum der Täter Amok gelaufen ist. Die Medien finden aber immer sehr schnell einen Schuldigen. Oder etwas, das an dem Verhalten Schuld ist. Warum spricht über die Familie niemand? Weil der Vater ein Firmenchef ist? In gut gestellten Familien kann es nicht passieren, dass etwas schief läuft? Wären Vater und Mutter Hartz-IV-Empfänger … Oje …

Nun, so haben jetzt wenigstens die Damen und Herren von der CSU wieder einmal einen Grund das alte Thema wieder auszugraben.

Ich möchte hier nicht kalt wirken. Mir ist das ganze auch nicht wirklich egal. Zwei bekannte von mir wohnen ziemlich nah am Tatort. Einer davon ist auch indirekt davon betroffen.

Wenn man die Menge an Kindern und Jugendlichen sieht, die die so genannten “Killerspiele” spielen oder Horrorfilme schauen ist die Trefferwahrscheinlichkeit nun mal groß, dass mindestens eines von beiden ein Hobby des Täters war. Aber das soll der Grund für einen Amoklauf sein? Was ist mit den vielen Tausend, die genauso in die Kategorie der “Killerspieler” und “Gewaltfilm-Freaks” passen und nicht Amok laufen? Glück gehabt?

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