Also die skandinavischen Länder werden mir von Woche zu Woche sympathischer. In Schweden speichert man nun keine IPs mehr, angeklagte Musik-Piraten erhalten Gratis-Anwalt und bis zu 9.200 Euro pro Fall und aus Norwegen kommt eine nette Studie, die der Musikindustrie gar nicht gefallen dürfte.
Um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu schützen speichern schwedische Provider wohl keine IPs ihrer Nutzer mehr und widersetzen sich damit der Auskunftspflicht gegenüber der Medienindustrie.
Außerdem will Schweden seine Internet-Nutzer vor Klagen schützen, bzw. sie in Rechtsstreitigkeiten unterstützen. So wurde nun ein eigener Fonds ins Leben gerufen, der den Angeklagten einen kostenlosen Rechtsbeistand und finanzielle Unterstützung gewährleisten soll.
Bei Strafrechtsfällen stellen wir dem Angeklagten gratis einen Verteidigungsanwalt zur Seite. Dies gilt aber nicht für zivile Verfahren
wird Maria Ferm, Mitglied der Grünen-Partei Schwedens, in der Online-Ausgabe vom österreichischen “Der Standard” zitiert.
Norwegen hingegen hat eine Studie veröffentlicht, wonach die illegalen Downloader auch die besten Kunden der Musikverlage sind. So sollen Internet-Nutzer, die illegal aus dem Internet herunterladen, auch wesentlich häufiger bei iTunes, Amazon MP3 und Co Musik legal kaufen. Bis zu zehn mal mehr sollen diese Kunden anzutreffen sein als solche, die angeben niemals illegal herunter zu laden. Die Musikindustrie dementiert dies natürlich. Wen wunderts auch? Die Studie kann wohl ohnehin nicht als repräsentativ angesehen werden, da hier nur 1.900 Internet-User befragt wurden.
Björn Rogstad von EMI etwa bemängelt, dass die Ergebnisse den Anschein erweckten, illegale Downloads würden den Verkauf fördern, das könne jedoch in keinem Fall tatsächlich bewiesen werden.
Eine durchaus nachvollziehbare Argumentation. Aber das kann man auch einfach mit der Frage widerlegen, ob die Downloader die Musik denn überhaupt gekauft hätten, wenn die Möglichkeit eines illegalen Downloads nicht bestehen würde. Denn auch das konnte wohl bisher “in keinem Fall tatsächlich bewiesen werden”.
In meinen Augen ist der Rückgang der Gesamtverkäufe der Musikindustrie nicht nur auf illegale Downloads zurück zu führen. Ich finde, die Musikverlage müssen sich auch den Vorwurf gefallen lassen, dass die Qualität doch stark nachgelassen hat. Wenn sich auf einem Album 2 oder 3 gute Titel verstecken sehe ich für mich keinen Grund eine ganze Platte zu kaufen.
Hier beginnt dann für mich der Vorteil von Online-Händlern wie eben Amazon mp3, da man sich dort (meistens) auch die Einzeltitel legal herunterladen kann, ohne gleich die Titel mitbezahlen zu müssen, die mir nicht gefallen.
Das soll von meiner Seite keine Aufforderung zum illegalen Herunterladen von Musik sein, sondern einfach nur meine Sicht der Dinge. Künstler müssen unterstützt und gefördert werden. Nur leider bekommt Kunde derzeit oft nicht sonderlich viel geboten für sein Geld.
