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Selbsternannte Jugendschützer?

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Der “Verein zur Förderung des Kinder- und Jugendschutzes
in Telemedien e.V.” betreibt die Internetseite jugendschutzprogramm.de und hat sich, wie es der Name schon sagt, dem Schutz von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. So bieten diese einen tollen Filter für besorgte Eltern an, damit die Kinder auch nicht auf den falschen Internetseiten landen. Nach welchen Richtlinien dort gesperrt wird ist jedoch … nun, sagen wir mal: leicht zweifelhaft. Auf der Startseite heißt es:

Jugendschutzprogramm.de schützt Kinder und Jugendliche vor Gefährdung durch Erotik oder Gewalt auf deutschsprachigen Internet-Seiten.

Nur komischerweise sind da auch diverse Internetangebote enthalten, die keine Erotik- und Gewaltangebote liefern. Auch oshelpdesk.org ist in deren Filtersystem enthalten, mit dem Wert ‘Default ab 14′. Für mich in keinster Weise nachvollziehbar. Aber nagut, andere Seiten hat es noch schlimmer “erwischt”. Udo Vetters Lawblog bekommt den Stempel ‘Standard gesperrt’ aufgedrückt, ubuntuusers.de bekommt auch nur ein ‘Allgemein ab 16′. Im Gegensatz dazu: “Die Seite microsoft.com wird von uns für unbedenklich gehalten.”.

Also fassen wir zusammen: Blogger und Open-Source-Foren gehören zur Achse des Bösen?

WTF???

Noch seltsamer wird es aber, wenn man einmal in das Impressum schaut. Dort steht ein “c/o Fundorado GmbH”. Diese GmbH ist selbst ein Betreiber von Sex- und Erotik-Angeboten. Ob die denn die richtigen sind um die Kinder und Jugendlichen zu “schützen”?

Bild: by-nc-saScorpions and Centaurs

11 Kommentare

  1. Macht mir das den Eindruck modernen Ablasshandels? Skuril ist es auf jeden Fall. Und wenn ich mir dann noch vorstelle das die BKA Listen von ähnlichen Experten erstellt werden …

  2. Achwas, nein.

    Jugendschutzprogramm.de ist natürlich eine Initiative der Privatwirtschaft und nicht rechtlich bindend. Allerdings finde ich schon, dass gerade diese Leute für die Umsetzung des Jugendschutzes geeignet sind.

    Bzw. Leute aus der Branche bzw. Szene haben diesen

    JusProg
    Verein zur Förderung des Kinder- und Jugendschutzes
    in Telemedien e.V.

    gegründet, eine Software entwickelt, die das ICRA-Label einer Webseite und den Browser entsprechend restriktiert und dazu einen Webauftritt erstellt.

    Was es mit diesen Einstufungen auf sich hat, weiß ich auch nicht so recht.

    http://ein.anderes-wort.de z.B. wird als “Standard gesperrt” eingestuft, dabei findet man dort nur eine vulgäre Ausdrücke, die aber natürlich Teil der Sprache sind und natürlich nicht unter das Jugendschutzgesetz fallen. Ich habe dort aber kein ICRA-Label angebracht, was dann wohl der Grund für diese Einstufung sein wird.

    Wie ich sehe besitzt diese Webseite aber auch kein ICRA-Label.

  3. Nun ja. Das kann aber auch nicht die richtige Vorgehensweise sein und Internetseiten, die sich kein Label aufdrücken lassen wollen (und dafür wahrscheinlich auch noch bezahlen müssen) einfach frei nach Schnauze in irgendwelche Schubladen zu tun.

    • Offensichtlich ;)

      Ich “beschwere” mich ja auch nicht über die tatsache des kinderschutzes, sondern über die undurchsichtigkeit.

      aptgetupdate.de ist laut dieser jugendschutzsoftware nur ab 18. für mich völlig unverständlich und es hat einen beigeschmack von willkür.

      btw: ich hab mir mal erlaubt die zitat-tags in deinem beitrag so zu editieren wie ich sie verstanden habe ;)

  4. Ja die Zitat-Tags hast du richtig verstanden :) Ich merkte erst danach, dass hier kein UBB-Code funktioniert.

    Vielleicht stuft man bei jugendschutzprogramm.de auch Inhalte, die für Jugendliche zu kompliziert sein könnten entsprechend ein.

    Aber eine andere Frage: warum bitte haben sie es heute alle mit jugendschutzprogramm.de? Hat das irgendwer auf irgendeiner Mailingliste los geschickt oder wie?

    Diese Dienstleistung bzw. Webseite gab es schon vor 8 Jahren als ich im Adultbereich Webmaster war – ist also alles andere als neu.

  5. Neu oder nicht. Via Twitter und co verbreitet sich sowas schnell ;-)

    Bzw. es wird entsprechend bekannter. Mir war die Seite / das Programm vorher unbekannt.

  6. Pingback: oshelpdesk.org » Querverweise #9

  7. Pingback: oshelpdesk.org » Wie bitte???