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Generalverdacht für alle!

Spätestens seit der Vorratsdatenspeicherung stehen wir ja alle irgendwie unter Generalverdacht. Dank Bundesverfassungsgericht ist diese aber nun erst ein mal wieder vom Tisch. Die Frage ist allerdings wie lange.

Einen ganz neuen Ansatz in Sachen Generalverdacht liefern in den USA derzeit diverse Content-Interessensvertreter. Diese fordern nun Antipiraterie-Scanner, die ähnlich wie bekannte Anti-Viren-Programme funktionieren.

Was kommt als nächstes?

Mit geht das dauernde Geheule der Content-Industrie mächtig auf die Nerven. Bereits vor 30 Jahren ist die Musikindustrie ja schon mal gestorben, als Leerkassetten auf den Markt gekommen sind. Aber schauen wir doch mal drauf, wo die Film- und Musikindustrie noch fleißig mitverdienen – abgesehen von ihren eigenen Produkten. Das ganze kann man unter einem einfachen Wort zusammenfassen: Pauschalabgabe.

Gerade erst in dieser Woche ist eine neue dazu gekommen. Die Verwertungsgesellschaften nehmen demnächst 5 Millionen Euro durch eine Urheberrechtsabgabe auf USB-Sticks ein. Dass auf Rohlingen, Brennern und PCs ebenfalls eine Urheberrechtsabgabe liegt sollte allgemein bekannt sein. Aber wieviel das genau ist wusste ich selbst nicht. Dabei liegt die Antwort recht nahe – bei Wikipedia.

Langsam frage ich mich wirklich, ob man überhaupt noch irgendwas kaufen kann, ohne eine Urheberrechtsabgabe zu zahlen. Ich bin gespannt wann jemand auf die Idee kommt eine solche Abgabe auf Lebensmittel zu fordern, da sich die bösen Raubmordkopierer ja damit am Leben erhalten.

Aber mal im Ernst: diese ganze Debatte ist lächerlich. Anstatt immer mehr Abgaben, Überwachung und Strafen zu fordern sollte sich die Content-Industrie vielleicht auch mal selbst Gedanken darüber machen wie man das veraltete Urheberrecht zeitgemäß ändern kann, damit Urheber Geld verdienen, nicht auf jeden Mist eine Abgabe anfällt und nicht jeder Internet-Nutzer unter Piraterie-Verdacht gestellt wird.