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ICQ nach Russland verkauft

Wie heute auf diversen Seiten sicherlich zu lesen ist hat AOL den Instant-Messaging-Dienst ICQ offensichtlich verkauft. Stolze 187,5 Millionen Dollar soll das russische Unternehmen Digital Sky Technologies Limited (DST) zahlen. DST ist das größte russischsprachige Internet-Unternehmen und hält auch Anteile an Facebook und Zynga, dem Anbieter von Facebook-Spielen wie Farmville. Das kann man zumindest bei Business Insider (englischsprachig) nachlesen.

Für einige Nutzer wird dieser Schritt von AOL ein Grund sein dem Dienst ICQ den Rücken zu kehren. Als bessere Alternative möchte ich hier wieder ein mal Jabber/XMPP ins Spiel bringen. Gründe für einen Wechsel gibt es viele – auch bevor ICQ verkauft wurde. Diese hatte ich hier schon einmal aufgeschrieben. Sehr gute Hilfe beim Erstellen und Einstellen eines Jabber-Accounts bietet hier das Portal einfachJabber.de.

Bei Caschy wird das Thema Jabber seit ein paar Tagen auch heiß diskutiert. Immer wieder kann man in den Kommentaren lesen, dass es so schwer sei seine Kontakte zu überreden den Wechsel von ICQ zu Jabber mitzumachen. In meinen Augen und meiner Erfahrung nach wechseln die Nutzer, denen wirklich etwas am Kontakt liegt, in der Regel mit. Wenn man dann noch bei Fragen Hilfe anbietet sollte es da dann eigentlich keine Probleme mehr geben, oder?

Hier noch einmal ein Kurzüberblick über die Vorteile die Jabber gegenüber ICQ – und auch anderen Diensten wie zum Beispiel MSN (Windows Live Messenger) bietet:

Sicherheit
SSL-verschlüsselte Verbindungen bieten weder ICQ noch MSN.

Chaträume
Mit Jabber kann man öffentliche und nicht-öffentliche Chat-Räume betreiben. Ein MUC (Multi-User Chat) kann von jedem Benutzer eingerichtet werden.

Unabhängigkeit
Wohl einer der größten Vorteile von Jabber ist die Unabhängigkeit von einem Anbieter. Es gibt viele Server, aber wer möchte kann auch einen eigenen Server betreiben.

Simultane Logins
Man kann an mehreren Geräten gleichzeitig online sein. Bei ICQ und MSN ist nur ein Login möglich.

Registrierung
Bei der Registrierung eines Jabber-Accounts muss man keinerlei persönliche Informationen angeben.

ICQ und MSN unterstützen (offiziell) nur die eigenen Clients
Fremde Clients (Pidgin, Adium, Miranda, …) werden von ICQ und MSN nicht gern gesehen. Durch unangekündigte Protokolländerungen werden andere Clients auch gern mal eben ausgesperrt. ICQ und MSN wollen, dass man die eigenen, überladenen und Werbung-verbreitenden Clients benutzt.

Viele Menschen haben bereits einen Jabber-Account ohne dass sie es wissen. Wer einen E-Mail-Account bei Google, GMX oder web.de hat besitzt auch damit einen Jabber-Account in Form der eigenen E-Mail-Adresse. Ubuntu-jabber.de bietet ebenfalls einen guten Jabber-Server für diejenigen, die es gerne mal ausprobieren möchten, mit guter Anleitung, wie man einen Account anlegt.

Weitere Infos zum Thema Jabber gibt es unter anderem auch bei Deshalbfrei.org.