Unsere Arbeitsministerin hat es irgendwie mit den Schweden. Zuerst wollte sie als Familienministerin nach schwedischem Vorbild Internetseiten mit dokumentierten Kindesmissbrauch sperren lassen, nun möchte sie ein anderes Vorbild aus Schweden übernehmen. Dort bekämen Kinder armer Eltern, so von der Leyen, eine Art Gutschein-Karte mit denen die Kids Schwimmunterricht, Musikstunden und andere Extra-Sozialleistungen abrechnen könnten ohne dass die Eltern das Geld ausgezahlt bekommen.
So wie ich Frau von der Leyen verstehe sind arme Menschen, hierzulande bezieher von Arbeitslosengeld II, alles nur versoffene faule Säcke, die eh nur Kinder in die Welt setzen um zusätzliches Kindergeld abzukassieren. Sicherlich gibt es auch diese Menschen, aber die Wut der Menschen die wenig haben auf die zu lenken die gar nichts haben ist ja ein Meisterstück der Arbeitsministerin.
Die Frankfurter Rundschau hat sich nun mal die Mühe gemacht und in Schweden angefragt, was es denn mit dem System und dieser coolen Karte auf sich hat. Blöd nur: in Schweden weiß niemand etwas von diesem – laut von der Leyen – schon seit 10 Jahren existierenden Modell.
Erste Anlaufstelle sind ein paar mir bekannte Familien mit Kindern. Fehlanzeige. „Nein, das kennen wir nicht.“ Also weiter zur Sozialbehörde. Langes Schweigen. „Das sagt mir überhaupt nichts“, gesteht die Mitarbeiterin dann, will aber nicht ausschließen, dass dies an ihr liegt. „Es gibt hier so viele Regeln…“. Sie verspricht, nach einer Expertin zu fahnden und meldet dann zurück: „Die Leute, die etwas wissen könnten, sind leider alle im Urlaub. Die, die ich gefragt habe, kennen die Karte auch nicht.“
Im Endeffekt stellt sich heraus, dass Frau von der Leyen dieses tolle System als Standard verkaufen will, aber in Schweden nur sehr begrenzt in einigen Komunen eingeführt wurde. Für Sonderfälle, die mit Geld nicht umgehen können. Der Normalfall ist in Schweden, dass auch diese Sonderleistungen ausgezahlt werden. Da kann man mal sehen, was unsere Arbeitsministerin allgemein von den ALG2-Empfängern in unserem Land hält. Alles nur Sonderfälle, die mit Geld nicht umgehen können und eh alles nur versaufen?
Auch dieser Fall zeigt mal wieder, dass man jeder Äußerung von Frau von der Leyen erst ein mal hinterher recherchieren sollte. Das Frau von der Leyen es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und gerne mal Sachen behauptet die so nicht der Wahrheit entsprechen zeigte sie in der Debatte um die Internetsperren auch am Beispiel Indiens.

07/08/2010 @ 20:15
Unglaublich was wir für lächerliche Gestalten an unserer Staatsspitze haben. Obwohl diese offensichtlich nichts können außer Lobbywünsche in Gesetze zu packen, dürfen sie immer noch Diäten, Spesen und Freundschaftszuwendungen einstreichen.
07/08/2010 @ 20:37
Was erwartet Ihr den nur alle von der Ursula?
Als schneller “Brüter” hat es doch bei Ihr funktioniert, nur weil sie nicht in H4 abgerutscht ist, Vitamin B, ist halt von Vorteil.
Wahrscheinlich “Hirn” sofern vorhanden, vervögelt.
07/08/2010 @ 20:38
Ist das beabsichtigerweise in den uu.de-Planeten gelangt?
07/08/2010 @ 20:45
Nein, das war unbeabsichtigt und ein Fehler meinerseits. Ich hoffe das ist schnell wieder weg. Tut mir leid.
07/08/2010 @ 23:38
Das Schlimme dabei ist, dass man irgendwie nichts machen kann gegen diese Frau. Jedenfalls fällt mir gerade nichts ein, womit ich nicht gegen mindestens drei Gesetzte des Strafgesetzbuches verstoßen würde.
zerknirschter Gruß, Jan
07/08/2010 @ 23:46
Ich hatte schon nach der Netzsperrengeschichte gedacht, dass man ihr nun keinen Posten im Kabinett mehr geben wird, weil sie das Thema so an die Wand gefahren hatte.
Da habe ich mich wohl getäuscht. Frei nach Volker Pispers: die Frau ist wie Fußpilz. Man glaubt man ist es los und schmeißt die Tube in den Müll, schon kommt es wieder.
08/08/2010 @ 10:23
Zitat: … die eh nur Kinder in die Welt setzen um zusätzliches Kindergeld abzukassieren. …
Kindergeld wird als Einkommen angerechnet und kommt nur denn zu gute die schon genug Geld haben.