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Rezension: Böser Engel

Cover

Cover: Böser Engel

Böser Engel
von Timothy Carter

Verlag: Knaur Taschenbuch
Seiten: 272
Genre: Fantasy
Erscheinung: 01.06.2010
ISBN: 978-3426506981
Sonstiges: Leseprobe des Verlags

Hm, ich kann mich nicht daran erinnern jemals ein Buch gelesen zu haben, bei dem ich am nächsten Tag noch immer nicht so recht wusste, was ich davon halten soll. Gleich vorweg: wenn man anspruchsvolle Literatur sucht sollte man dieses Buch nicht lesen. Wenn man jedoch mal wieder richtig lachen will, dann schon. Die Story ist sowas von skurril und abwegig, dass man sich zwischendurch schon das eine oder andere mal fragt, was der Autor beim Schreiben geraucht hat. Irgendwie wollte ich das Buch aber auch nicht ein einziges mal aus der Hand legen, weil es einfach sensationell witzig ist.

Inhalt

Stuart ist 15, schwul und lebt in einer kleinen Gemeinde, wo es von Gläubigen nur so wimmelt. Er selbst hat jedoch ein anderes Hobby. Hin und wieder beschwört er einen Dämon, der ihm die Wahrheit über Gott, Bibel und die Welt verrät und die Dinge, die im Bibelunterricht gelehrt werden, ins rechte Licht rückt.

Als sein kleiner Bruder ihn eines Morgens jedoch beim onanieren unter der Dusche erwischt steht die Welt plötzlich Kopf. Denn noch am gleichen Tag wird in der Kirchen-Jugendgruppe die „Sünde des Onan“ besprochen und sein kleiner Bruder hat nichts besseres zu tun als Stuart als Sünder zu “outen”.

Die Reaktion seiner Familie kann man durchaus als äußerst exzentrisch bezeichnen, denn Stuart muss kurzerhand von seinen Zimmer ins Wohnzimmer umziehen, um dort auf dem Boden zu schlafen, damit er nicht in Versuchung gerät. Noch skurriler wird es am nächsten Tag in der Schule. Stuart darf nicht mal mehr unbeaufsichtigt die Toilette aufsuchen. Langsam aber sicher stellt er fest, dass die ganze Stadt verrückt wird.

Von Fon Pyre, dem Dämon den Stuart herauf beschwört, erfährt er, dass ein gefallener Engel in die Stadt gekommen ist. Gefallene Engel haben das Problem, dass sie eine Sünde als besonders schlimm ansehen und deshalb aus dem Himmel ausgestoßen werden. In menschlicher Gestalt kehren sie dann auf die Erde zurück. Der Engel, der in Stuarts kleines Städtchen gekommen ist, findet es ausgerecht besonders schlimm, die „Sünde des Onan“ zu begehen.

Das ganze gewinnt eine seltsame Eigendynamik als zuerst Stuart und dann auch noch andere Jugendliche wegen lächerlichen Kleinigkeiten von den Eltern rausgeworfen werden. Fon Pyre klärt die Verstoßenen auf, dass der gefallene Engel die Gedanken der Bewohner manipuliert, gegen sie aufbringt und sie sich in Lebensgefahr befinden. Der durch den Engel geschürte Hass hat aber noch eine kleine Nebenwirkung: wenn der Hass zu groß wird könnte es den Dämonen gelingen in die Menschenwelt über zu treten. Es gibt nur eine Möglichkeit das ganze zu beenden: der gefallene Engel muss ermordet werden…

Meine Meinung

Wie bereits angedeutet ist die Story äußerst skurril und abwegig, dennoch kommt man nicht wirklich davon los, weil sie auch mit einer ordentlichen Prise Wortwitz gewürzt ist, was zum einen oder anderen Lachanfall führt. Besonders originell sind die Folterung mit schlechter Musik und Tomaten.

Pluspunkte gibt es jedoch für den Dämon Fon Pyre, der von Grund auf Böse ist und nichts lieber tun würde als Stuart in Stücke zu reißen. Der Dämon kommt äußerst sympathisch rüber und man muss ihn einfach gern haben.

Die Geschichte ist äußerst unglaubwürdig, was aber nicht daran hindert, dass man sich von dem Buch unterhalten fühlt und einfach wissen möchte, wie es denn weiter geht. Der große Showdown ist ein bisschen unspektakulär. Da wäre sicherlich mehr gegangen. Das Ende, dass noch ein bisschen unglaubwürdiger als die gesamte Handlung ist, trübt das Gesamtbild noch mal ein wenig. Die Möglichkeit einer Fortsetzung liefert das Ende allerdings…

Fazit:
Wenn man sich auf Unterhaltung für Nebenbei einlassen kann und nicht zu viel erwartet ist das Buch durchaus sein Geld wert – hauptsächlich wegen des coolen Dämons und wegen des wirklich guten Humors, den der Autor mitbringt. Ein weiteres Buch Carters brauche ich aber glaub ich erstmal nicht.

Bewertung:
Bewertung 3 Sterne

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