Artikelformat

Rezension: Ein toter Lehrer

toterlehrer_head

Ein toter Lehrer
von Simon Lelic

Verlag: Droemer
Seiten: 352
Genre: Roman
Erscheinung: 14.03.2011
ISBN: 978-3426198698
Sonstiges: Leseprobe des Verlages

Zum Inhalt
Lucia May wird mit den Untersuchungen nach einem Amoklauf an einer Schule beauftragt. Alles sieht ganz einfach aus: ein verrückter Lehrer erschießt in der Schule vier Menschen bevor er sich selbst das Leben nimmt. Ihr Chef ist von Anfang an der Meinung, dass der Fall so schnell wie möglich zu den Akten gelegt werden müsse.

Lucia trifft bei ihren Ermittlungen auf einen Schüler der selben Schule, der so lange gemobbt und misshandelt wurde, bis er im Krankenhaus landet und sich schließlich selbst das Leben nimmt. Lucia trifft auf ein System der Vertuschung und Verharmlosung von Seiten der Verantwortlichen der Schule. Schnell stellt sie jedoch fest, dass es an ihrem Arbeitsplatz nicht viel anders läuft…

Meine Meinung
Der Amoklauf im Buch ist lediglich der Einstieg und wird nicht großartig behandelt. Viel mehr geht es um das drumherum. Eine Schule, die Sorgfaltspflichten vernachlässigt, Lehrer die sich gegenseitig mobben, Schüler die Lehrer mobben und umgekehrt, Schüler,die Schüler mobben, ein Chief Inspector der alles verharmlosen und unter den Tisch kehren will und eine Ermittlerin, die zu viele Fragen stellt, sich aber selbst gegen die plumpen Belästigungen ihrer Kollegin nicht wehrt. Und alle schauen nur weg und niemand tut etwas dagegen. Ich finde diese Geschichte zwar in Ansätzen realistisch, in der Kombination aber schon sehr weit her geholt.

Die Geschichte in “Ein toter Lehrer” ist in meinen Augen recht oberflächlich und ideenlos behandelt. Möglichkeiten, sich gegen Mobbing und Belästigung zu wehren, werden überhaupt nicht aufgezeigt. Es wirkt so als wäre das alles normal und es gäbe keine Möglichkeiten dagegen etwas zu tun – außer eben Amok zu laufen. Vielleicht schafft es der Autor gerade durch das Verschweigen dieser Möglichkeiten, dass man so etwas wie Mitgefühl für den Täter empfindet.

Das Buch erzählt abwechselnd aus der Sicht der Ermittlerin Lucia May und den Aussagen, die Schüler, Lehrer und Eltern nach der Tat gemacht haben. Dadurch wird das Buch etwas schwierig zu lesen – es ist also nichts zum nebenbei lesen. Besonders die Teile der Zeugenaussagen sind kompliziert, da dort komplett auf Anführungszeichen verzichtet wird. Also eine wörtliche Rede wird hier nicht gekennzeichnet, was besonders am Anfang den Lesefluss stört und damit dazu beträgt, dass man sich nicht so richtig auf die Handlung einlassen kann.

Fazit:
Wirklich überzeugen konnte mich “Ein toter Lehrer” leider nicht, auch wenn die Grundidee des Romans durchaus interessant ist. Die versprochene Spannung hat sich bei mir leider nicht aufgebaut.

Meine Bewertung:

Veröffentlicht von: | Unterhaltung: Kommentare deaktiviert | Kategorie: Lesen | Schlagwörter: ,

Kommentare sind geschlossen.