Artikelformat

Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit

Cover

Cover

Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit
von Melissa Jacoby

Verlag: Droemer
Seiten: 464
Genre: Roman
Erscheinung: 14.03.2011
ISBN: 978-3426199022
Sonstiges: Leseprobe des Verlags

Zum Inhalt:
Der junge Mead ist ein Genie – und doch beobachtet er die Menschen um sich herum mit großen, staunenden Augen: Warum reagieren sie oft so irrational? Hat es etwas mit dem seltsamen Phänomen zu tun, das man »Gefühle« nennt und mit dem Mead wenig anzufangen weiß? Mead ist gerade mal 18, als er seinen Uniabschluss machen soll – aber acht Tage vorher teilt er seinen Eltern mit, dass er alles hinschmeißt und ab sofort ein normales, durchschnittliches Leben zu führen gedenkt. Was ist passiert? Und welche Rolle spielen dabei ein schrulliger Professor, ein exzentrischer Kommilitone und eine kleine weiße Labormaus?

Meine Meinung:
Der Titel “Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit” ist zugegeben ein wenig hochtrabend. Hier hätte man vielleicht ein bisschen näher am Originaltitel “Life after Genius” bleiben sollen. Das ändert aber nichts daran, dass Melissa Jacoby hier ein gutes Buch gelungen ist, dass stellenweise einen sehr trockenen und bissigen Humor hat – für meinen Geschmack genau das richtige.

Das Buch beginnt acht Tage vor der Abschlussfeier an der Uni von Chicago. Mead ist gerade einmal 18 als er seinen Abschluss machen soll. Aber dann verlässt er Chicago um in seine Heimatstadt High Grove zu fahren. Sein Vater, der Bestatter ist und ein Möbelgeschäft führt, reagiert auf seine eigene Art: er vermeidet jede Nachfrage, warum Mead sein Studium abbricht. Seine Mutter, die er gerne ‘das sechbeinige Monster’ nennt, will hingegen wissen was los ist, und gibt keine Ruhe.

In der Geschichte wechseln sich Rückblicke in Meads jüngere Vergangenheit (sein Studium) und seine Kindheit (seine schulische Laufbahn) mit der Gegenwart, also die Tage vor der Abschlussfeier, ab. Der Roman ist wie ein Puzzle aufgebaut, dass sich Stück für Stück zusammen setzt. Der ständige Wechsel in der Zeit ist hier aber keinesfalls verwirrend und sehr interessant umgesetzt. Der Leser erlebt Meads akademische Erfolge, aber auch seine zwischenmenschlichen Niederlagen mit. Allerdings fällt es bis zum Ende schwer, sich vollständig in den immer misstrauischen und zynischen Mead hinein zu fühlen.

“Der verführerische Charme der Durchschnittlichkeit” ist kein Roman zum nebenbei lesen, hat aber keine Teile, durch die man sich zäh durcharbeiten muss. In meinen Augen ein sehr gelungenes und interessantes Buch, auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden und das Ende offen bleibt.

Meine Bewertung:

Kommentare sind geschlossen.