Vor ein paar Tagen hat Amazon den E-Book-Shop endlich auch in Deutschland freigegeben. Außer auf dem Kindle selbst kann man die Bücher auch auf anderen Geräten lesen – zum Beispiel unter Android. Apps gibt es auch für iPhone, iPad, Windows und Mac.
Da ich die App vor einiger Zeit schon mal zum testen herunter geladen hatte (am amerikanischen Kindle Store) gab es bei mir erst mal Probleme auf den deutschen Store zu kommen. Ich musste auf amazon.com im Bereich “Manage Your Kindle” den Kindle-Account erst auf amazon.de übertragen. Dann konnte ich endlich auf den deutschen Store über die Android-App zugreifen. Die aktualisierte Version von Kindle for Android spricht nun auch deutsch. Außerdem läuft sie nun auch auf Tablets mit Honeycomb.
So weit, so gut. Beim stöbern ist mir, wie zu erwarten war, aufgefallen, dass die Preise für ein E-Book nur minimal geringer ist als für die aktuelle Ausgabe eines Buches im Papierformat. Gibt es ein Buch als Hardcover, so liegt der Preis für das E-Book meist 1 Euro darunter. Ebenso bei Büchern, die als Taschenbücher erhältlich sind. Allerdings habe ich auch ein paar Bücher entdeckt, die als E-Book sogar teurer sind als die Papierausgabe.

Ich hoffe, die Verlage werden etwas schneller lernen als die Musikindustrie, dass sich E-Books erst dann weiter verbreiten wenn die Preise angemessen sind und wenn die Nutzer die gleichen Rechte mit dem E-Book bekommen wie mit einem Papierbuch. Durch den Kopierschutz (DRM) kann ich ein Buch nicht auf jedem Gerät lesen – nur auf denen, die der Anbieter gerade unterstützen mag. Linux gehört, wie so oft, natürlich nicht dazu. Das ist aber ein allgemeines Problem, keines dass sich auf Amazon und den Kindle beschränkt.
Die App selbst gefällt mir aber ganz gut. Nur leider bietet sie relativ wenige Einstellungsmöglichkeiten. Hier hat zum Beispiel Aldiko, das neben mehr Einstellungsmöglichkeiten auch mittels Adobe Digital Editions geschützte epub-Bücher unterstützt, mehr zu bieten. Wirklich toll finde ich allerdings Whispersync, wodurch sowohl Bücher selbst als auch Anmerkungen dazu oder auch die aktuelle Leseposition automatisch synchronisiert werden. Okay, wenn man nur ein Gerät hat braucht man es nicht unbedingt, an einem Gerät aufhören und ohne zu suchen an einem anderen weiter lesen zu können finde ich nicht schlecht.
Gestern habe ich mir auch mal ein englischsprachiges E-Book gekauft. Beim markieren eines Wortes fragte mich die App, ob ich nicht “The New Oxford American Dictionary”, ein englischsprachiges Wörterbuch kostenlos herunterladen wolle. Das hat mich positiv überrascht. Außerdem können Wörter bei Wikipedia nachgeschlagen und bei Google gesucht werden.
Insgesamt finde ich Kindle für Android nicht schlecht und ich bin gespannt, wie sich der E-Book-Markt entwickelt. Wenn sich in Sachen Preis und DRM noch etwas bewegt wäre ich auch nicht abgeneigt mir einen Reader zuzulegen.
