Sigil ist ein WYSIWYG-E-Book-Editor für Windows, Linux und Mac. Die Open Source Software steht unter der GPLv3 und erstellt digitale Bücher im epub-Format. Sigil trägt aktuell die Versionsnummer 0.4.0 RC1, allerdings gibt es auf der Website auch eine stabile Version. Vorgefertigte Pakete für Distributionen gibt es allerdings leider nicht.
Bisher habe ich meine E-Books, die aus Texten bestehen, die im Netz verfügbar sind immer mit Hilfe von Calibre ins epub-Format konvertiert, doch leider formatierte mir die Software das ganze nicht immer so, wie ich es gerne wollte. Deshalb habe ich mich mal auf die Suche nach einer Alternative begeben und bin dabei auf Sigil gestoßen.
Mit Sigil lassen sich epub-Dateien von Grund auf erstellen. Die Kapitel eines Buches können in einzelnen *.xhtml-Dateien angelegt werden. Zum Editieren gibt es den WYSIWYG-Editor, aber es gibt auch eine Code-Ansicht. Beides kann auch kombiniert angezeigt werden. Zugegeben: um das ganze richtig formatieren zu können ist es schon von Vorteil, ein bisschen HTML und CSS zu können. Aber auch ohne ist es möglich ein relativ ordentliches Ergebnis zu erzielen.

Zum Bearbeiten von Text und Code gibt es auch hier eine nette Funktion zum Suchen und Ersetzen von Inhalten. So kann man zum Beispiel massenhaft und in mehreren Dateien zum Beispiel Leerzeilen entfernen.
Sigil gibt es derzeit leider nur englischer Sprache, aber ich finde das ist kein großes Problem. Installieren lässt sich das Programm über die .bin-Datei, die für Linux als 32-bit und 64-bit-Versionen auf der Website zum Download bereit steht.
Die Datei muss vor der Installation ausführbar gemacht werden. Danach kann man Sigil mit Root-Rechten nach /opt/ installieren:
cd /Pfad/zum/Download chmod +x Sigil-0.3.4-Linux-Setup.bin sudo ./Sigil-0.3.4-Linux-Setup.bin
Beim Installieren wird eine Verknüpfung auf dem Desktop abgelegt. Möchte man das Programm ins Menü einsortieren muss man ihm erst einmal eine Kategorie verpassen:
cd ~/Desktop sudo gedit sigil-desktop.desktop
Dort fügt man einfach eine neue Zeile mit
Categories=Office;
ein, wenn das Programm im Büro-Menü erscheinen soll. Danach verschiebt man die Datei mit
sudo mv sigil-desktop.desktop /usr/share/applications
Nun sollte Sigil unter Anwendungen > Büro auftauchen.
Möchte man Sigil wieder los werden lässt es sich recht einfach wieder deinstallieren:
cd /opt/sigil sudo ./uninstall
Um den Menüeintrag verschwinden zu lassen muss er mit
sudo rm /usr/share/applications/sigil-desktop.desktop
entfernt werden.
Ich werde mit dem Editor sicher noch ein wenig rum spielen und ausprobieren. Jedenfalls finde ich, es ist eine gute Alternative zu Calibre.
