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Melvin Burgess – Nicholas Dane

Cover

Titel: Nicholas Dane
Autor: Melvin Burgess
Verlag: Carlsen Verlag GmbH
Genre: Jugendbuch
Seiten: 448 Seiten
Erscheinung: 25. April 2011
ISBN: 978-3551582256
Sonstiges: Leseprobe

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Als Nicholas’ Mutter stirbt, muss er von einem Tag auf den anderen ins Heim. Dort herrschen Disziplin, Unterdrückung und brutale Gewalt. Doch noch schlimmer als die prügelnden Lehrer ist der Heimleiter Mr Creal, der den Jugendlichen mit großer Freundlichkeit begegnet – um sie dann zu missbrauchen. Mit allem Stolz und aller Selbstachtung, die Nicholas noch hat, wagt er die Flucht aus dem Heim. Schonungslos, doch mit großem Einfühlungsvermögen und ohne jeglichen Voyeurismus beschreibt Melvin Burgess, wie Nicholas es schließlich trotz allem in ein normales Leben zurück schafft – und wie für viele Leidensgenossen auch Jahre später die Spirale der Gewalt kein Ende findet.

Rezension

“Nicholas Dane” ist ein düsteres Buch, dass in den 80er Jahren spielt und die Gewalt in einem britischen Heim aufgreift und diese auch ausgiebig schildert – allerdings in einem erträglichen Maß und ohne zu übertreiben. Der Leser wird immer wieder fassungslos zurück gelassen. Man leidet mit Nick, hofft mit ihm und möchte ihn einfach dort raus holen.

Allerdings bedient sich der Autor auch einigen Klischees. Tony Creal macht sich die Jungs, die ihm gefallen, mit Fernsehen, Musik, Süßigkeiten und Zigaretten gefügig. Warum der Autor sich dessen bedient ist mir allerdings nicht ganz klar, denn es wird schnell klar, dass ihm alle Mittel recht sind, seine Wünsche zu befriedigen. Dabei spielt er sowohl Mrs. Batts als auch Nicks reichen Onkel, den diese auftreibt, schnell gegeneinander aus und schafft es ohne Schwierigkeiten allen vorzumachen, dass Nick gewalttätig und eine Gefahr für Andere ist. Niemand stellt das Wort von Creal in Frage.

Trotz der Klischees ist “Nicholas Dane” ein lesenswertes Buch, dass man nicht wieder aus der Hand legen will, bei dem man einfach wissen möchte wie es weiter geht. Entkommt Nick den Misshandlungen? Gelingt der nächste Fluchtversuch? Landet er zum Schluss in der Spirale von Gewalt, Drogen und Verberechen sogar im Gefängnis?

Der Autor fesselt den Leser und es gelingt ihm sogar, dass man von einer auf die andere Seite für Personen Mitgefühl entwickelt, die man eigentlich das halbe Buch über hasst. Allerdings gibt es in dem Buch keinen Platz für Rache und Gerechtigkeit. Der Leser wird ohne ein Happy End zurück gelassen, es werden auch nicht alle offenen Fragen zum Schluss beantwortet. Das hätte in meinen Augen aber auch beides nicht zum Buch und seine Geschichte gepasst.

Ich selbst habe die englische Originalfassung gelesen – einfach aus dem Grund, dass sie für den Kindle ein paar Euro günstiger ist als die Übersetzung. Der in der englischen Fassung verwendete Slang ist gewöhnungsbedürftig, aber man findet sich recht schnell dort zurecht.

Meine Bewertung: ★★★★★ 

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