Sabine Thiesler – Der Kindersammler

Cover

Titel: Der Kindersammler
Autor: Sabine Thiesler
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Krimi, Roman
Seiten: 548
Erscheinung: 25. Oktober 2010
ISBN: 978-3453024540
Sonstiges: Leseprobe

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Es geschieht am helllichten Tag. Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind beim Spielen spurlos. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren Sohn nach Hause fahren. Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. Sie ahnt nicht, wie nah sie dem Täter kommt – und er ihr.

Rezension

Der Titel “Der Kindersammler” suggeriert im ersten Moment einen Thriller. Auch die Inhaltsangabe trägt zu diesem Eindruck bei. Allerdings handelt es sich hier höchstens um einen Kriminalroman. Wenn man dies im Hinterkopf behält ist man nicht so sehr enttäuscht, denn das Buch wird teilweise schon ein wenig langatmig. Sabine Thiesler baut um eine ziemlich realistisch wirkende Geschichte um einen Kindermörder eine idyllische Stimmung in der Toscana auf.

Anne, die 10 Jahre nach dem Verschwinden ihres Sohnes ohne ihren Mann nach Italien zurück kehrt, ahnt nicht wie nah sie den Antworten kommt, nach denen sie sucht. Sie wird die Hoffnung nicht los, dass Felix noch leben könnte. Auf ihrer Suche begegnet sie dem Mörder und so beginnt ein Katz und Maus Spiel.

Ich finde, dass Buch 100 bis 150 Seiten kürzer zu halten hätte dem Kindersammler nicht geschadet. Leider werden sehr viele Personen ausführlich vorgestellt, die zum Verlauf der Geschichte nichts wesentliches beizutragen haben. Dadurch wird man teilweise verwirrt, sodass man nicht weiß, was man mit den Informationen, die man bekommt, anfangen soll.

Die ausführliche Vorstellung des Mörders, Blicke in dessen Vergangenheit und seine Denkweise, lässt nicht nachvollziehen, was ihn dazu bringt, seine Taten zu begehen. Ich vermute, dass dies eigentlich die Absicht der Autorin war. Erst im Epilog gibt es eine Art Gerechtigkeit. Ob das Ende gefällt sollte jeder für sich selbst entscheiden, ich fand es jedenfalls etwas einfallslos und vorhersehbar.

Insgesamt ist “Der Kindersammler” ein Unterhaltungsroman, der hier und da ein wenig an die Nieren geht, im Endeffekt aber kein Thriller, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Trotz einiger Kritikpunkte doch ein lesenswertes Buch – wenn man eben ohne übertriebende Erwartungshaltung an das Werk heran geht.

Meine Bewertung: ★★★½☆ 

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